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Am Donnerstag, den 11.12., finden ganztägig an der gesamten Universität keine Lehrveranstaltungen statt!

An diesem Tag ist die Vollversammlung aller Studierenden. Wir ziehen von der Universität zum Landtag und werden dort ein Zeichen gegen eine #UniohneGeld setzen. Um die Kälte erträglich zu machen, wird es alkoholfreien Punsch geben – bringt bitte ein Trinkgefäß eurer Wahl mit.

Neuigkeiten zur Veranstaltung findet ihr hier: https://www.facebook.com/events/1513264538946550/ sowie auf der AStA-Homepage www.asta.uni-kiel.de.

Wir möchten euch einige Hintergrundinformationen geben und erklären, warum eure Teilnahme an der Demonstration wichtig ist. Dazu möchten wir euch stichpunktartig einige der am häufigsten an uns herangetragenen Fragen und Aussagen beantworten bzw. dazu Stellung nehmen.

  1. In meinem Studiengang ist alles in Ordnung, warum sollte ich demonstrieren?
  • Auch wenn es in deinem Studiengang und deinem Semester aktuell unproblematisch läuft, kann sich dies jederzeit ändern. Mit dem doppelten Abiturjahrgang 2016 wird die CAU in vielen Fächern überfordert sein, da nicht ausreichend Lehrkapazitäten, Räume und Lehrmaterialien (Lehrbücher, Laborausstattung, Arbeitsplätze) vorhanden sind.
  • In vielen Studiengängen sind die Studienbedingungen aktuell nicht zufriedenstellend und die Qualität der Lehre leidet massiv unter der Unterfinanzierung. Einige der Geschichten von Studierenden findest du unter www.uniohnegeld.de. Wenn du mitdemonstrierst, zeigst du Solidarität mit Studierenden in anderen, stark betroffenen Fächern.
  • Viele Probleme sind über einen langen Zeitraum entstanden und liegen teilweise auch im für uns Studierende Verborgenen (befristete Beschäftigungsverhältnisse, Baumängel, Lehre ist auf die Masse der Studierenden ausgerichtet und kann kaum Forschungsbezug und Raum für individuelle Schwerpunktsetzung bieten).
  • Du solltest mitdemonstrieren, um zu zeigen, dass eine über Jahrzehnte hinweg unterfinanzierte Universität ohne Geld zum Alltag geworden ist und dies nicht so bleiben sollte. Die Qualität der Lehre hängt entscheidend von einer guten individuellen Betreuung durch Lehrende und einem Lehrangebot ab, welches eigenen Schwerpunkten und Interessen ausreichend Raum bietet.
  1. Was könnte in meinem Studium besser sein, wenn die Uni mehr Geld zur Verfügung hätte?
  • Die Universität könnte mehr Geld für zusätzliches Lehrpersonal bereitstellen und gleichzeitig damit das Betreuungsverhältnis verbessern. Dies würde zu kleineren Seminar-, Labor- und Übungsgruppen führen.
  • Die Lehrräume (Labore, PC-Räume, etc.) könnten besser ausgestattet werden und würden dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.
  • Die Lehre könnte durch ein breiteres Angebot stärker auf Interessenschwerpunkte der Studierenden eingehen, Räume für tiefer gehende Diskussionen eröffnen und einen stärkeren Bezug zur Forschung bieten.
  • Forscher*innen hätten die Möglichkeit, sich unabhängig für oder gegen finanzielle Mittel von Dritten zu entscheiden, um ihre Forschung zu finanzieren. Auch für uns Studierende würde es mehr Möglichkeiten geben, an aktueller Forschung partizipieren zu können ohne abhängig von Drittmitteln zu sein.
  1. Was ist denn so schlimm an der aktuellen Situation?
  • Die Gebäudesubstanz an der CAU ist desolat, so dass einige Gebäude der Angerbauten bei starkem Sturm evakuiert werden müssen. Zum Teil laufen in diesen Gebäuden langfristige Forschungsarbeiten, bei denen eine Unterbrechung der Versorgung teils jahrzehntelange Forschungsarbeit zunichte macht.
  • Teilweise schimmeln Bestände in Bibliotheken und es mangelt in vielen Fächern an aktueller Forschungsliteratur und Lehrbüchern in ausreichender Zahl.
  • Die CAU verfolgt einige Spitzenforschungsprojekte, gleichzeitig aber auch zahlreiche Forschungsvorhaben, die auf eine gut ausgebaute Laborinfrastruktur angewiesen sind. Der Zustand einiger Labore ist jedoch so erneuerungsbedürftig, dass sie ihren Zweck weder in der Forschung noch in der Lehre erfüllen.
  • Aufgrund eines eingeschränkten Lehrveranstaltungsangebots in vielen Studiengängen ist es vielen Studierenden nicht möglich, ihr Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Gerade für diejenigen, die auf BAföG angewiesen sind, führt dies zu erheblichen Problemen in der Studienfinanzierung.
  • Die Qualität des Studiums sinkt deutlich, wenn Seminare den Charakter einer Vorlesung haben und es entstehen Ungerechtigkeiten, wenn Lehrende Vorlesungen unentgeltlich doppelt halten, um überhaupt allen Studierenden den Besuch der Vorlesung zu ermöglichen.
  1. Aber die Landesregierung sagt doch, dass sie schon so viel tut!
  • Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen, SSW die Unterfinanzierung der Hochschulen in Schleswig-Holstein anerkannt. Zudem hat sie die Finanzierung des Hochschulpaktes III ab 2016 zugesichert und will damit rund 19.000 neue Studienanfänger*innenplätze schaffen. Zudem hat das Land ein auf 15 Jahre ausgelegtes Sondervermögen zur Hochschulsanierung in Höhe von rund 165 Millionen Euro aufgelegt. In diesem Jahr wurde ebenfalls entschieden, die nunmehr pro Jahr im Haushalt verfügbaren “BAföG Millionen” (rund 36,4 Millionen Euro) dafür zu nutzen, weniger Lehrer*innenstellen an den Schulen abzubauen. Andere Bundesländer nahmen hier eine Teilung etwa zugunsten der Studentenwerksinfrastruktur, der Hochschulen und der Schulen vor.
  • Jedes Jahr fehlen der CAU knapp 9 Millionen Euro um die anfallenden Kosten im laufenden Unibetrieb zu decken, für die Sanierung der Gebäudeinfrastruktur müssten zusätzlich mindestens 300 Millionen Euro investiert werden, betrachtet man nur den akuten Bedarf. Die von der Landesregierung zugesagten Gelder reichen nicht zur Sanierung oder zur Konsolidierung des Universitätshaushalts.
  • Bislang gibt es keine verlässlichen Planungen für das Jahr 2016, in dem der doppelte Abiturjahrgang in Schleswig-Holstein auch an die CAU kommen wird. Diese “Studierendenwelle” würde bei aktueller Finanzlage zu einer nicht beherrschbaren Situation in der Lehre führen, wogegen jetzt Maßnahmen eingeleitet werden müssten.
  1. Aufgrund der Vollversammlung fallen Lehrveranstaltungen aus!
  • Alle Studierenden müssen die Möglichkeit haben, ohne Nachteile an der Demonstration teilzunehmen, um jetzt ein deutliches Zeichen für eine bessere Lehre in den nächsten Jahren zu setzen.
  • Der Ausfall der Lehrveranstaltungen eines ganzen Tages mag auf den ersten Blick problematisch erscheinen. Die stetig sinkende Lehrqualität ist Anlass genug, an diesem Tag gegen die andauernde Unterfinanzierung zu demonstrieren.
  • Die Hochschulleitung und weite Teile des wissenschaftlichen Personals unterstützen den Demonstrationsaufruf zugunsten weiterer finanzieller Mittel für die Universität.
  • Aufgrund der Unterfinanzierung werden Lehrveranstaltungen gar nicht angeboten, geschweige denn kann von einem vielfältigen Lehrangebot gesprochen werden.
  1. Ihr unterstützt mit der Demonstration einzelne politische Parteien!
  • Die Finanzierung der Hochschule ist seit Jahrzehnten in einem desolaten Zustand, den alle Parteien mit zu verantworten haben, die in der Regierungsverantwortung sind oder es in den Jahren zuvor waren.
  • Unsere Kritik richtet sich nicht ausschließlich an die zur Zeit regierende Koalition, wenngleich diese jetzt in der Verantwortung steht, Lösungen zu entwickeln und offene Fragen zu beantworten. Dabei bedarf es Planungssicherheit und eines breiten, idealerweise parteiübergreifenden Konsens.
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